Geschichte (Seite 2)
Die Machtaufteilung scheint die einzige Erklärung hierfür zu sein. In Sachen Geld und Erfahrung war Fuld derjenige, der am wenigsten zu bieten hatte. Somit genoss er den geringsten Kredit in der Firma. Es ist gut möglich, dass sein Name nur deshalb im Patent erscheint, weil es das einzige war, was er zu bieten hatte. Bis heute scheint dies die einzige Erklärung zu sein. Niemand konnte bis anhin beweisen, wer das OUIJA®-Brett erfunden hat. William Fuld gilt nach wie vor als dessen Vater. Sein Name wird immer damit in Verbindung gebracht werden.
Ab 1891 verkaufte sich das OUIJA®-Brett recht gut. Gerade mal acht Tage, nachdem das Patent erteilt worden war, reichte Kennard ein neues Gesuch für ein neues und verbessertes Talking Board ein, das er auch gleich so bezeichnete. Am 18. Februar 1891 wurde Kennards Patentgesuch (No. 462,819) mit folgendem Wortlaut eingereicht: "Es sei bekannt gemacht, dass ich, Charles W. Kennard, wohnhaft in Baltimore, Bundesstaat Maryland, der Erfinder von neuen und nützlichen Verbesserungen an Talking Boards bin". Dieses Brett war dem oben erwähnten Zifferblatt sehr ähnlich. Es war mit einem beweglichen Stück versehen, das an einem Ende befestigt war und in einem Bogen auf die Buchstaben, Ziffern und Worte zeigen konnte.
Dies war Charles Kennards letzte Handlung als Mitglied der Kennard Novelty Company. Kurz nachdem das Patent am 10. November 1891 erteilt worden war, wurde er abgewählt. Er gab wohl der Firma seinen Namen und sein Land, er sei aber kein guter Geschäftsmann gewesen. Frustriert und voller Visionen über die Zukunft seiner Firma wurde er von der Geschäftsführung ausgeschlossen, in einer Aktion, die wir heutzutage als ‚unfreundliche Übernahme’ bezeichnen würden. Kennards Sohn, Edward Kennard, sagte im "Chairman of the Ouija® Board", ihm habe man immer gesagt, sein Vater wäre von William Fuld aus dem Geschäft geworfen worden. Eigentlich war wohl aber Bowie der "Entferner".
1892 wurde Kennard nicht mehr in Verbindung mit der Kennard Novelty Company erwähnt. Bowie jedoch ist als Manager und William Fuld als Aufseher aufgeführt. Die Firma war in die 909 East Pratt Street gezogen, und im gleichen Jahr änderte der Name offiziell zu The Ouija Novelty Company.
Beinahe unmittelbar danach versuchte Kennard, eine andere Version des Talking Boards zu verkaufen. Diese Version nannte er Volo. Bowie reagierte rasch mit einem rechtlichen und marketing-politischen Schachzug. Die Ouija Novelty Company erwarb von der bekannten sich im Norden des Landes befindlichen Firma W.S. Reed Company den Markennamen Espirito und versah die Rückseite ihres Ouija® mit einer exakten Kopie des Volodesigns Kennards. Die Konsumenten waren erfreut, gleich zwei Bretter für den Preis von einem zu erhalten. Unterdessen ging Kennard vor Gericht langsam seinem finanziellen Ende entgegen. Er hatte keinen eingetragenen Markennamen für sein Volobrett. Ausserdem wurde er beschuldigt, das Design von der Ouija Novelty gestohlen zu haben. Es wurde verfügt, dass er mit der Produktion von Volobrettern aufzuhören habe.
Indes schafft es die American Novelty Company mit einer 1897 lancierten Werbekampagne für "Igili – Das wundersame Talking Board" an die 220 South Charles Street in Baltimore, Maryland, der alten Adresse der Kennard Novelty Company. War dies etwa Charles Kennard? Von ihm hörte man jedenfalls bis im Jahre 1919 nichts mehr.
Der gewaltige Sieg
der Ouija Novelty Company beinhaltete eine unmissverständliche
Botschaft. Um das OUIJA® Board würde gestritten werden, und viele
versuchten, Anspruch auf das Brett zu erheben.