Geschichte
Während sogenannte Talking Boards[1] in Amerika um ca. 1890 ihr Debüt feierten, tauchten in Europa viele ihrer Vorfahren bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Edward O 'Brian entdeckte das überhaupt erste bekannte Patent für ein Talking Board in den Patentämtern von London.
Adolphus Theodore Wagner, ein Professor der Musik aus Berlin, damals Königreich Preussen, reichte sein Patentgesuch für einen "PSYCHOGRAPH oder Apparat, welcher die menschlichen Gedanken anhand neurogener Elektrizität anzeigt" am 23. Januar 1854 ein. Das war 36 Jahre bevor das erste Patent für ein Talking Board in den Vereinigten Staaten eingereicht wurde.
In den Vereinigten Staaten stellte das erste Talking Board ein Kuriosum dar. Es war eine Kombination aus einer Planchette[2] und einem europäischem Zifferblatt.
Die Entstehungsgeschichte des ‚sprechenden Brettes’ ist eher ein säkulares Ereignis. Es brauchte die Arbeit von sieben Leuten aus den verschiedensten Sparten, um das erste ‚sprechende Brett’ in fast alle amerikanischen Haushalte einzuführen: Charles Kennard, Harry Welles Rusk, Colonel Washington Bowie, Elijah J. Bond, William H.A. Maupin, E.C. Reiche und William Fuld.
Diese Männer legten ihr Land, ihre Ressourcen und ihr Geld zusammen, um die Kennard Novelty Company of Baltimore, Maryland zu gründen. Sie alle hatten zwei Dinge gemeinsam: alle waren sie risikofreudige Leute und bereit, etwas neues zu probieren, und alle waren sie Freimaurer. Es ist höchst wahrscheinlich, dass sie sich in diesem Orden kennengelernt hatten. Vielleicht beim gemeinsamen Drink und Zigarrenrauchen gründeten sie eines Abends die Kennard Novelty Company.
Als Hauptsponsor hatte Colonel Washington Bowie alle Dinge bezüglich des neuen Unternehmens fest in der Hand. Rusk, mit der grössten Erfahrung in Patentrecht, wurde zum Präsidenten ernannt. Dieser konnte auch noch Geld sparen, indem er die nötigen Dokumente selbst bereit stellte.
Kennard besass Land und Immobilien aus seinen bisherigen Geschäften mit Kunstdünger, die er nun vollständig aufzugeben plante. Als Adresse wurde 220 South Charles Street in Baltimore gewählt. Kennard wurde als Gegenleistung für sein Land im Firmennamen verewigt.
Nach Bond sollten sich Produkte ihrer Firma von denen der Konkurrenz unterscheiden. Es gibt nirgends einen Beweis für Bonds offizielle Zugehörigkeit zur Firma. Seine Patente jedoch wurden, sobald sie eingereicht waren, sofort den Mitgliedern oder der Firma selbst zugewiesen. Maupin bleibt ein Mysterium. Die Patentzuweisungen sind die einzigen Beweise für sein Teilhaben, war er doch verschwunden, bevor alles überhaupt erst anfing.
Als Lackierer spielte William Fuld eine der Hauptrollen im Betrieb inklusive der Produktion. Dies sollte nicht lange andauern. Fuld hatte selbst viele Ideen im Kopf. Wegen seines Alters und seiner finanziellen Lage musste er, anders als seine Partner, hart arbeiten, um an die Spitze zu gelangen. Es dauerte weniger als ein Jahr, bis Fuld die Karriereleiter emporsteigen konnte. Historisch betrachtet gilt Fuld als der Erfinder und Vater des OUIJA®-Talking Boards. Mitglieder und Nachkommen seiner und der Familie der Bowies bestätigen dies. Die Machtaufteilung scheint die einzige Erklärung hierfür zu sein. In Sachen Geld und Erfahrung war Fuld derjenige, der am wenigsten zu bieten hatte. Somit genoss er den geringsten Kredit in der Firma. Es ist gut möglich, dass sein Name nur deshalb im Patent erscheint, weil es das einzige war, was er zu bieten hatte. Bis heute scheint dies die einzige Erklärung zu sein. Niemand konnte bis anhin beweisen, wer das OUIJA®-Brett erfunden hat. William Fuld gilt nach wie vor als dessen Vater. Sein Name wird immer damit in Verbindung gebracht werden.